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Thiem schlägt bei Salzburg Open presented by mystaff. auf

Österreichs Tennisstar verzichtet auf einen Antritt in Wimbledon und spielt stattdessen in der Heimat.

Dominic Thiem ©GEPA pictures/ Patrick Steiner

Mit zwei Top-60-Spielern, acht Top-100-Vertretern und drei einstigen Top-Ten-Akteuren können die Salzburg Open presented by mystaff. bei ihrer zweiten Ausgabe des Turniers ein für einen ATP-125-Challenger höchst ansehnliches Teilnehmerfeld vorweisen. Dieses ist nun nochmal deutlich aufgewertet werden, mit einem vierten Ex-Top-Ten-Spieler und sogar Ex-Weltranglistendritten und Grand-Slam-Champion: Denn die Veranstalter haben an diesem Freitag offiziell bekanntgegeben, dass auch Dominic Thiem vom 3. bis 10. Juli beim 1. STC in der Mozartstadt aufschlagen wird. Der US-Open-Sieger von 2020 wird die europäische Sandplatzsaison somit in Österreich starten, diese bei den ATP-World-Tour-250-Events in Bastad und Gstaad fortsetzen und sie voraussichtlich auch in der Heimat beenden, mit den Generali Open Kitzbühel.

Thiem hatte erst am Vortag verlautbart, dass er den Rasenklassiker in Wimbledon heuer auslassen wird: „Es war noch eine leicht schwierige Entscheidung, weil natürlich will ich spielen. Aber auch im Hinblick auf das nächste halbe Jahr war’s sicher die intelligentere Entscheidung, rauszuziehen.“ Schließlich hätte der Niederösterreicher eines der ihm zur Verfügung stehenden Protected Rankings für ein Turnier aufwenden müssen, bei dem es 2022 keine ATP-Zähler gibt, nachdem der All England Lawn Tennis Club alle SpielerInnen aus Russland und Belarus ausgeschlossen hatte und ATP bzw. WTA als Konsequenz dem Grand-Slam-Event die Punkte entzogen haben. Zudem bereitet sich Thiem schon seit ein paar Wochen auf Sand in der ATC-Akademie seines Vaters, Wolfgang, in Traiskirchen mit intensiven Trainings auf seine erneute Rückkehr auf die Tour vor.

„Total happy, dass Dominic zu uns kommt“

Dementsprechend ist die Entscheidung, in der zweiten Wimbledon-Woche stattdessen in der Heimat anzutreten, auch naheliegend gewesen. „Wir sind natürlich total happy, dass Dominic zu uns kommt“, freute sich der Turnierdirektor, Günter Schwarzl, beim Interview mit Turnierbotschafter Andreas Du-Rieux zur Bekanntmachung dieser so spektakulären Spielerverpflichtung. „Wir werden ihm das Bestmögliche vorbereiten – soweit es eben in unseren Möglichkeiten ist, und wünschen ihm, dass er auch das Turnier gewinnt.“ Wie er dessen Chancen dazu sieht? „Grundsätzlich trainiert er wie ein Berserker auf Sand. Wir hoffen, dass er so weit wie möglich kommt und drücken ihm die Daumen – nicht nur für uns als Turnier, sondern natürlich generell, um sein Tennisspiel wieder zu stabilisieren.“ Leicht sei das bei diesem Spielerfeld freilich nicht: „Er hat natürlich schwere Konkurrenz in Salzburg, wie etwa Gasquet, Fucsovics, Lehecka, Rinderknech und so weiter.“ Den 17-fachen ATP-Titelträger fürs Turnier zu bekommen, sei aber „nicht allzu schwer gewesen, weil sich Gerald Mandl relativ dahintergeklemmt hat und die diesbezügliche Hauptarbeit getätigt hat.“

Die Turnierdirektoren Günter Schwarzl (links) und Gerald Mandl (rechts) sowie Turnierbotschafter Andreas Du-Rieux (Mitte) freuen sich auf Dominic Thiem. ©zVg

Der seitens Schwarzl erwähnte Gerald Mandl, mit dem er zusammen die Turnierdirektion bildet, verriet ebenso im Gespräch mit Du-Rieux, dass die Verpflichtung Thiems „ein Weg von eineinhalb Wochen gewesen ist. Ich war noch im Krankenstand im Krankenhaus und habe von dort den Kontakt mit dem Team Thiem aufgenommen. Es war ein hartes Stück Arbeit, aber wir haben es geschafft.“ Geholfen habe es „natürlich“ auch, dass Mandl aus seiner Zeit als Ex-Profi noch Thiems Manager Galo Blanco, von der Firma Kosmos, kennt: „Am Platz hat er mich ziemlich abpaniert. Jetzt sind wir super zusammengekommen. Ich glaube, für Dominic ist es natürlich eine perfekte Plattform, um sich wieder an die alten Zeiten heranzutasten. Für das Salzburger Tennis, den 1. STC sowie uns als Veranstalter ist das natürlich ein Lottosechser“, freute sich der frühere heimische Davis-Cup-Spieler. Der sich bezüglich Thiems Aussichten in Salzburg relativ optimistisch zeigte: „Wenn man seine Trainingsleistungen anschaut: Ich glaube, er braucht nur ein, zwei Siege, und dann kommt er so schnell in Fahrt, wie man es ihm nur wünschen kann.“

Thiem sieht sein „altes Selbst wieder“

Thiem hat bei seinem erst Ende März gestarteten Comeback nach seiner vor rund einem Jahr auf Mallorca erlittenen Handgelenksverletzung alle bisher sieben Matches verloren. Der Lichtenwörther hatte dazu zu Fronleichnam angedeutet, dass die Rückkehr wohl ein bisschen zu früh erfolgt war: „Es war im Nachhinein betrachtet einfach nicht genug und zu schwach für den Level, das muss man ganz ehrlich sagen.“ Nach seinem Erstrunden-Aus bei den French Open in Paris hatte er daher zwei geplante ATP-Challenger-Starts in Italien abgesagt, um erst einmal einen Trainingsblock einzulegen – und dieser sei genau das gewesen, was er augenscheinlich gebraucht habe. Denn seitdem registriere er jetzt die schon länger ersehnten, signifikanten Fortschritte in seinem Spiel: „Eigentlich geht’s mir sehr gut. Vor allem seit Paris geht’s echt aufwärts. Seit zweieinhalb Wochen – nach ein paar schweren Tagen nach Paris, wo ich wieder ins Training reinfinden habe müssen – macht’s wieder Spaß.“ Es sei „jeden Tag echt was weitergegangen. Jetzt, so langsam, sehe ich mein altes Selbst wieder zurück auf den Platz kommen. Die Schläge passen, ich bewege mich wieder gut, ich bin fit und ich sehe jeden Tag richtig gute Fortschritte.“

Die erzielten Fortschritte will Thiem bis zum Salzburg-Challenger freilich noch ausbauen – und so fliegt der Schützling von Nicolas Massu nächste Woche zu einem zweiwöchigen Training nach Barcelona, wo er mit Topspielern wie Andrey Rublev und Karen Khachanov Sparrings spielen wird. Er wollte dadurch sein Spielniveau „auf das nächste Level heben. Jetzt kann ich zum ersten Mal ehrlich sagen, und wo ich weder mich selbst noch jemand anderen belüge, dass ich mich auf gutem Weg befinde und so bald wieder Topleistungen abrufen kann.“ Wenngleich Thiem in der Weltrangliste, nach seiner langen Zwangspause und der anfänglichen Niederlagenserie, auf Platz 352 zurückgefallen ist, können sich die Salzburger Tennisfans (und wohl auch die TV-Zuseher, da laut Du-Rieux voraussichtlich eine Übertragung auf ServusTV oder im ORF erfolgen soll) also schon auf ihn freuen, und außerdem auch auf viele prominente Turnierbesucher. So etwa haben gemäß Du-Rieux der bekannte Schauspieler Peter Simonischek (2002 bis 2009 Jedermann-Darsteller bei den Salzburger Festspielen), der Ex-Biathlet Julian Eberhard, Ex-Skisprungstar Andreas Goldberger, Rennrollstuhlfahrer Thomas Geierspichler und viele mehr ihr Kommen schon zugesagt – auch Fußball-Teamspieler Stefan Ilsanker werde voraussichtlich erscheinen.

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